Studien
Smart Distribution 2020: Virtuelle Kraftwerke in Verteilungsnetzen. Technische, regulatorische und kommerzielle Rahmenbedingungen
Stand: Juli 2008
Die Studie der Energietechnischen Gesellschaft im VDE (ETG) baut auf den Ergebnissen der ETG-Studie "Dezentrale Energieversorgung" auf. Bei den Untersuchungen wurde auf eine enge Beziehung zum Projekt des BMWi "E-Energy" geachtet. Seit Mai 2007 ist die ETG-Task Force "SmartDistribution" mit 10 Mitgliedern aus Industrie, Netzunternehmen und Hochschulen aktiv. Der Titel "SmartDistribution" ist dabei aus der europäischen SmartGrids-Initiative entlehnt und bezieht sich somit auf die künftige "smarte Verteilung" von Strom, d.h. auf ein zielgerichteteres Verhalten von Stromerzeugern und Verbrauchern, auf ein entsprechend ausgebautes Netz und auf die erforderlichen Kommunikationsmöglichkeiten. In diesem Sinne soll "SmartDistribution" künftig dazu beitragen, dass sich die Integration der ständig anwachsenden Zahl regenerativer Anlagen (EEG-Anlagen - Erneuerbare Energien Gesetz) und Erzeuger mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) realisieren lässt, dass keine Einschränkungen in der Versorgungsqualität auf uns zukommen und ein wachsender Einspeisegrad beherrscht wird.
Die Task Force hat es sich zur Aufgabe gestellt, die heutige Marktsituation für elektrische Energie und Regelleistung zu analysieren, Vorschläge zu erarbeiten, wie EEG- und KWK-Anlagen künftig motiviert werden können, sich an der Erbringung von Systemdienstleistungen zu beteiligen, diese Vorschläge anhand von Szenarien auf Praxiseignung zu untersuchen und relevante Empfehlungen in technischer, kommerzieller und regulatorischer Hinsicht zu erarbeiten. Innerhalb des gesteckten Zeitrahmens war es nicht möglich, alle Fragestellungen zur Bewertung der Lösungen vollständig zu untersuchen, beispielsweise die Schnittstellenproblematik zum Übertragungsnetzbetreiber. Weitergehende Untersuchungen und Erkenntnisse sind von Studien der DENA und im Rahmen der BMWi/BMU-Projekte E-Energy zu erwarten.
Potenziale der Informations- und Kommunikationstechnologien zur Optimierung der Energieversorgung und des Energieverbrauchs (E-Energy)
Stand: Dezember 2006
BMWi-Studie "E-Energy" weist Wege zur Konvergenz von Informations- und Energietechnik auf. Die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bieten ein wichtiges Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz. Insbesondere entlang der Wertschöpfungskette der Elektrizitätsversorgung (von der Stromerzeugung über die Netze bis hin zu den Endverbrauchern) gibt es noch große Reserven. Dies ist das Ergebnis der BMWi-Studie "E-Energy: Potenziale der Informations- und Kommunikations-Technologien zur Optimierung der Energieversorgung und des Energieverbrauchs". Die Studie wurde von WIK Consult in Bad Honnef sowie vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg erstellt.
Nach Einschätzung der Experten können neue elektronische Online-Steuerungs- und -Kontrollsysteme sowie digitale Informations-, Kommunikations- und Transaktionsprozesse eine wirkungsvolle Antwort auf die aktuellen Herausforderungen des innovativen Strukturwandels in der Energiewirtschaft geben. Um die Effizienzpotenziale der IKT zu erschließen, schlagen die Experten konkrete Handlungsoptionen zur IKT-basierten Integration aller Marktteilnehmer und Schaffung eines intelligent verteilten Automatisierungsnetzwerks zur Optimierung des Umgangs mit der Ressource "Elektroenergie" vor. Eine Schlüsselrolle spielen dabei u.a. intelligente und digital vernetzte Zähler- und Messsysteme, so genannte Smart-Metering-Systeme oder virtuelle Kraftwerke, mit denen Energieerzeugung und Energieverbrauch optimal aufeinander abgestimmt und so die Versorgungssicherheit erhöht und aufwendige Regelenergie eingespart werden kann.